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FAQ


Wie werden Lebensmittel befallen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie Schädlinge in Küche und Vorratshaltung gelangen können: das aktive Eindringen der Tiere und das passive Einschleppen. Um Vorräte aktiv befallen zu können, muss der Schädling seinen Weg zu den Lebensmitteln finden. Zumeist wird er vom Geruch des Lebensmittels angelockt. Um einem Schädlingsbefall vorzubeugen, ist es daher sinnvoll, Lebensmittel geruchsdicht in Gläser, Vorratsdosen oder Büchsen zu verpacken. Oft werden Schädlinge unbeabsichtigt in den Vorrat eingeschleppt, wenn bereits befallene Lebensmittel und Verpackungen eingelagert werden. Neue Ware sollte gründlich auf Schädlingsbefall untersucht werden.

Welche Lebensmittel werden bevorzugt befallen?

Schädlinge brauchen für ihre Entwicklung alle Nährstoffe, die der Mensch auch benötigt: Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine usw.
Von der Palette der Vorräte, die in einem normalen Haushalt vorkommen, sind bestimmte Produkte besonders gefährdet. Das sind in erster Linie Getreideprodukte, wie Mehl, Grieß und Teigwaren. Eine andere Gruppe von Nahrungsmitteln, die häufig befallen wird, umfasst die Backzutaten wie Nüsse, Mandeln oder Rosinen. Sie sind besonders gefährdet, weil sie nicht laufend verbraucht werden.
Speziell in solchen angebrochenen Packungen können sich Schädlinge ungestört über lange Zeit entwickeln und dann auf andere Produkte übergehen.
An Dörrobst, Datteln oder Feigen können sich verschiedene Milbenarten vermehren. Wegen ihrer geringen Größe bleiben sie oft unbemerkt und werden so nicht selten sogar mitgegessen. Schokolade und Schokoladenerzeugnisse werden vor allem von gewissen Mottenarten befallen.
Weniger gefährdet sind Hülsenfrüchte, vor allem wegen ihrer Härte. Der Bohnenkäfer, in Hungerjahren ein weit verbreiteter Großschädling, tritt heute nur noch selten in Erscheinung.
Gewürze haben ihre spezielle Schädlingsfauna.
Da auch diese Produkte manchmal sehr lange lagern, kann es vorkommen, dass es in ihnen von Schädlingen wimmelt. Schließlich hat eine veränderte Ernährungsweise dazu geführt, dass im Haushalt Produkte vorrätig gehalten werden, die es bis vor kurzem dort kaum gab. Gemeint sind Getreidearten und verschiedenartige Samen. Mit ihnen sind neue Schädlinge in die häuslichen Vorratslager gekommen, die normalerweise nur in größeren Getreidelagern anzutreffen sind.
Produkte tierischer Herkunft, wie Fleisch, Fleischwaren, Fisch oder Käse, können wiederum von anderen gefährlichen Schädlingen befallen werden. Diese Lebensmittel sind jedoch in der Regel nur kurzzeitig dem Angriff von Schadorganismen ausgesetzt, da sie vorwiegend in Dosen, im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe aufbewahrt werden.

Welche Schäden verursachen Vorratsschädlinge?

Die Schäden sind oft in erster Linie Fraßschäden. Wo Schädlinge vorkommen, treten auch Verschmutzungen auf: tote Tiere, Häutungsreste, Kot, Urin, Spinnfäden oder (bei Nagetieren) Haare machen ein Nahrungsmittel ungenießbar und können Gesundheitsschäden verursachen. Reste von Insekten (Motten und Käfern) können Hauterkrankungen, Allergien der Atemwege, Störungen im Darmtrakt oder Augenschäden hervorrufen.
Durch Ausscheidungen der Tiere oder durch die Veränderung von Inhaltsstoffen können Geruch und Geschmack des Lebensmittels soweit beeinträchtigt werden, dass es nicht mehr genießbar ist. Manche Schädlinge verändern das Aussehen der Lebensmittel, indem sie Löcher in das befallene Gut fressen. Qualitätsmerkmale, wie Inhaltsstoffe, Keim- oder Backfähigkeit, können verändert werden, wodurch ein Produkt seinen Nährwert oder seine Verwertbarkeit verliert.
Doch nicht nur direkte Schäden, die durch die Anwesenheit des Schädlings hervorgerufen werden, sind hier zu nennen. Auch indirekte oder Folgeschäden sind von Bedeutung.
So können Vorratsschädlinge Mikroorganismen (zum Beispiel Bakterien und Pilze) auf ein Nahrungsmittel übertragen, wodurch das Lebensmittel noch weiter vernichtet wird, wenn es sich um kohlenhydrat-, fett- oder eiweißzersetzende Mikroorganismen handelt, oder aber - was noch gefährlicher ist - Krankheiten bei Menschen (und Haustieren) hervorrufen, wenn es sich um pathogene (krankheitserregende) Erreger handelt.
Wichtige Krankheitserreger wie Salmonellen, Streptokokken, u. a. können zum Beispiel von Fliegen, Schaben oder Ratten übertragen werden. Bei dem Befall eines Lebensmittels durch Schädlinge kann sich dieses so stark verändern, dass sich zusätzlich andere Organismen ansiedeln und vermehren können: die Temperatur kann ansteigen, die Luftfeuchtigkeit kann zunehmen, Schimmelpilze, Milben und Schimmelkäfer finden optimale Bedingungen vor und fördern die Vernichtung des Lebensmittels.
Weitere Schäden durch Schädlinge umfassen auch Zerstörungen von Materialien wie Verpackungen, aber auch Möbel, Textilien oder Bücher, die als Verpuppungsort oder als Material für den Nestbau dienen.
Schließlich sind noch die finanziellen Einbussen zu erwähnen, die durch die Vernichtung von befallenen Lebensmitteln und Aufwendungen für eventuell notwendige Bekämpfungsmaßnahmen entstehen.

Wie kann ein Schädlingsbefall erkannt werden?

Die sorgfältige äußere Kontrolle muss sich besonders auf die Vorratsschränke konzentrieren.
Lichtscheu, wie die Schädlinge nun einmal sind, kann man sie an verschiedenen versteckten Orten antreffen: hinter Leisten, unter Verpackungen, in Winkeln. Enge Spalten hinter Fußleisten oder Hohlräume unter Einbauschränken und Elektrogeräten sollten gezielt nach Schädlingen abgesucht werden.
Danach sollten die Verpackungen auf Fraßschäden an deren Ecken, Kanten und Falten hin untersucht werden.
Beim Öffnen von Verpackungen sollte schnell ein Blick hineingeworfen werden, weil sich Schädlinge eventuell bei Lichteinfall umgehend in tiefere Schichten einbohren. Raupen - die Larven von vorratsschädigenden Mottenarten - halten sich bevorzugt in den äußeren Schichten der Vorräte auf. Da sie ständig beim Umherlaufen einen Spinnfaden ausscheiden, kann man ihre Anwesenheit meist sehr leicht daran erkennen, dass sich diese Fäden auf der Oberfläche des Gutes und an der Innenseite der Verpackung entlang ziehen. Sie bleiben auch erhalten, wenn der Schädling das Lebensmittel schon lange verlassen hat. Störungen werden von einem Schädling meist mit Fortlaufen beantwortet. Leert man eine Packung aus, so kann man bei einem Befall Tiere beobachten, die aus dem ausgeschütteten Lebensmittel davon krabbeln Oftmals hilft auch das Aussieben von dafür geeigneten Lebensmitteln. Handelt es sich um Mehl, Grieß oder ähnlich feine Ware, bleiben die Schädlinge in einem feinen Sieb zurück. Bei gröberen Produkten, etwa Getreide, Graupen oder Hülsenfrüchten, fallen sie durch ein Sieb mit einer gröberen Maschenweite hindurch und können so leicht erkannt werden.

Wie können Schädlinge bekämpft werden?

Der erste Schritt muss immer sein, die befallenen Lebensmittel zu beseitigen. Das heißt aber nicht, wahllos die ganzen Vorräte wegwerfen, sondern wirklich nur die, die befallen sind. Damit vom Abfalleimer aus kein neuer Befall erfolgt, muss der Mistsack, fest verschlossen und sofort außerhalb der Wohnung gebracht werden. Oft reicht es bereits aus, nach erfolgter Bestimmung des Schädlings, etwas über seine Biologie in Erfahrung zu bringen, um ihm dann mit natürlichen Methoden seinen Lebensraum so unbequem wie möglich zu machen. Vielfach ist dies aber den "Heimgesuchten" zu mühsam oder man sucht sofortige Abhilfe. Diese wird durch die Anwendung von chemischen Schädlingsbekämpfungspräparaten (Stäubemittel, Sprays, Lockköder und dgl.) möglich gemacht.
Wählt man diesen Weg, müssen allerdings folgende wesentliche Dinge beachtet werden:

  • vor Gebrauch muss die Gebrauchsanweisung beachtet und bei der Bekämpfung nach deren Anweisung vorgegangen werden.
  • Angegebene Dosierungen dürfen nie überschritten, Vorräte und Packungen nie direkt behandelt werden.
  • Behandelte Flächen nach der notwendigen Einwirkzeit sorgfältig säubern. Erst danach wieder neue Vorräte einlagern.
  • In jedem Fall müssen Kinder und Haustiere von den behandelten Flächen ferngehalten werden und die Schädlingsbekämpfungsmittel für Kinder und Haustiere unerreichbar aufbewahrt werden.
  • Bei Bekämpfungen von Tieren, die aggressiv auf ein Vorgehen gegen sie reagieren (z. B. Wespen), ist besondere Vorsicht geboten. In solchen Fällen ist der Ablauf der Bekämpfung genau durchzudenken und im vornherein sind die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen (z. B. Schutzbekleidung, Einsatz von unfallträchtigen Hilfsmitteln wie Leitern, etwaige Fluchtwege, etc.......)
  • In Fällen von Unsicherheit über Schädlinge oder Bekämpfungsmöglichkeiten sollte immer Rat bei Stellen mit Beratung und/oder Fachinformation eingeholt werden.
  • Bei starken bzw. epidemieartigen Schädlingsbefall sollten professionelle Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.

Wie kann einem Schädlingsbefall vorgebeugt werden?

Vorbeugen ist bekanntlich immer besser als heilen. Das gilt im besonderen Masse für den Schutz von Küche und Vorrat vor Schädlingen, da die Bekämpfung sehr schwierig ist.

  • Vorratslager sauber und übersichtlich halten. Bei Regalen (möglichst aus Metall) auf Fußbodenfreiheit achten, damit sich unter ihnen kein Schmutz anhäufen kann. Verstecke vermeiden oder beseitigen. Schon 1mm breite Spalten sind optimale Verstecke für Schädlinge.
  • Neue Ware auf eventuellen Befall kontrollieren und dies auch während der Lagerung wiederholen
  • Wenn möglich, Vorräte in dicht schließenden Behältern aus Glas, Metall oder Kunststoff aufbewahren. Verpackungen aus Papier oder Kunststofffolie bieten keinen ausreichenden Schutz. Der aromadichte Abschluss verhindert das Anlocken der Schädlinge.
  • Nicht zu viel einlagern. Lange Lagerzeiten erhöhen die Gefahr des Befalls. Zuerst eingelagerte Ware auch zuerst verbrauchen. Zuletzt gekaufte Lebensmittel hinten einordnen.
  • Möglichst kühl und trocken lagern. Niedrige Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit verlängern die Entwicklungsdauer von Schädlingen oder machen eine Entwicklung eventuell sogar ganz unmöglich. Die Küche mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ist kein geeigneter Aufbewahrungsort für lang haltbare Lebensmittel.
  • Für gute Durchlüftung sorgen! Stehende Luft ist meist feucht und begünstigt die Ausbildung von Schimmel, der wiederum einigen Vorratsschädlingen und Ungezieferarten als Nahrung dient.
  • In gefährdeten Gebieten in den warmen Monaten die Fenster mit Fliegengitter abdichten, um den Einflug von Fliegen und Motten zu verhindern.
  • Abfälle schnell aus dem Haus entfernen. Sie locken u. a. Fliegen und Schaben an.
  • Futtermittel für Haustiere genauso beachten wie Lebensmittel. Sie sind oft Ausgangspunkt für einen umfangreichen Befall. Trockenfuttermittel wie Hundeflocken oder Nagetierfutter nach dem Kauf 24 Stunden tief frieren und danach kühl- und trocken lagern. (bereits in der Packung befindliche Schädlinge z.B. Motten oder Käfer werden dadurch unschädlich gemacht)